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Altershirndruck

Mit der Shunt-Operation erfolgreich gegen Altershirndruck

Voraussetzung: Erkrankung wird nicht als Demenz oder Parkinson abgetan 

Unsicherer Gang, Gedächtnisverlust, Blasenschwäche – viele, besonders ältere Menschen leiden unter diesen Symptomen. Die passenden Schubladen sind schnell gefunden: Im Bestfall werden Demenz, Parkinson oder Alzheimer vermutet, im schlimmsten Fall Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch. Bei etwa 60.000 Menschen in Deutschland  gehen diese Vermutungen jedoch in die völlig falsche Richtung, denn die eigentliche Diagnose bei ihnen lautet: Altershirndruck, medizinisch Normaldruckhydrozephalus (NPH). Auch diese Erkrankung ist nicht heilbar, aber ein Altershirndruck kann mit einer Shunt-Therapie gut behandelt werden – vorausgesetzt er wird frühzeitig diagnostiziert. 

Altershirndruck - Wissen – die einzige Chance

In eine falsche Schublade gesteckt zu werden, kann schon im Alltag schlimm sein. Im Falle des Altershirndrucks wird daraus schnell eine Katastrophe. Durch die Verwechselbarkeit der Symptome bei unzureichender Diagnose oder fehlendem Wissen bleibt die wahre Ursache der Beschwerden vielfach unerkannt. Der Altershirndruck kann ungestört seinen Lauf nehmen. Für die Betroffenen ab sechzig Jahren, unter ihnen viele Männer, bedeutet das aber weit mehr als zunehmende Einschränkungen. Ihnen droht auch soziale Isolation – das letzte, was ein Mensch braucht, der an Altershirndruck erkrankt ist. 

Altershirndruck - Stau im Kopf

Das Problem setzt im Gehirn an. Dr. Lutz Gerlach, Leitender Arzt für Neurologie an der Akutklinik in Bad Zwesten, erklärt die Erkrankung so: „Im Normalfall wird die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, der sogenannte Liquor, über dem Gehirn und im Rückenmarkskanal wieder aufgesaugt.  Beim Altershirndruck ist dieses Aufsaugen jedoch gestört. Es kommt zum Aufstau, zur Erweiterung der Hirnkammern und zur Druckschädigung des Gehirns.  

Altershirndruck - Shunt-Therapie löst Flüssigkeitsstau auf 

Obwohl Altershirndruck bereits in den 60er-Jahren entdeckt worden ist, gilt die Krankheit nach wie vor als nicht heilbar. Aber sie kann gut behandelt werden. Etabliert hat sich die sogenannte Shunt-Therapie. Dabei wird im Rahmen eines schonenden Eingriffs ein kleiner Katheter in die Gehirnkammern implantiert. Von außen unsichtbar wird dann die überschüssige Flüssigkeit über einen dünnen Schlauch in die Bauchhöhle umgeleitet. Damit erklärt sich auch der Name der Therapie: Shunt heißt Umleitung. Und dank eines programmierbaren Ventils kann die Menge der umgeleiteten Flüssigkeit ohne zusätzlichen Eingriff jederzeit von außen fein justiert und in Sekundenschnelle verändert werden. 

Altershirndruck - Angehörige: aufgepasst!

 

Eine erfolgreiche Therapie setzt voraus, dass die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird – und zwar spätestens zwei Jahre nach den ersten Symptomen. Dazu gehören neben den genannten Gangschwierigkeiten, Gedächtnisproblemen und der Blasenschwäche auch Kopfschmerzen, Sehunschärfen, Reizbarkeit, Müdigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Schwierigkeiten beim Aufwachen und Wachbleiben, Wesensveränderungen, Leistungsabfall sowie eine spürbar langsamere Motorik. Schon die hier genannten Symptome machen es deutlich: Altershirndruckpatienten brauchen die Unterstützung ihrer Angehörigen, weil die Betroffenen selbst die Symptome oft gar nicht bewusst an sich feststellen. Deshalb ist erhöhte Aufmerksamkeit und genaue Beobachtung von den Angehörigen gefragt: Sie können die Symptome verfolgen, dem Arzt den Krankheitsverlauf schildern und frühzeitig den Kontakt zu einem Arzt herstellen.

 

Altershirndruck - Erhebliche Besserung bei 90 Prozent der Patienten

Dr. Frank Maier, Neurochirurg an der Werner-Wicker Klinik in Bad Wildungen kann den Betroffenen berechtigte Hoffnungen machen: „Wir haben bereits vielen  Patienten ein programmierbares Ventil eingesetzt. Zwei Drittel der mit Shunt-Therapie behandelten Patienten haben eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität erlebt. Viele von ihnen haben sich sogar völlig erholt.“ Damit steht den zum Glück selten auftretenden Komplikationen wie Infektionen nach der Operation eine großartige Perspektive gegenüber: ein neue Lebensqualität im vollen Bewusstsein für sich selbst.

Weitere Informationen bei: 

  IZ-A Informationszentrum Altershirndruck               

z. Hd. Frau Sabine Altmann
Alte Dorfstraße 51
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Aktualisiert: Juli 2010

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